Der Deutsche eBook-Award 2015: Befreiung des digitalen Buchs von den Fesseln materieller Produktkategorien

Florian Sochatzy

Der Deut­sche eBook-Award hat in die­sem Jahr klar­ge­stellt, dass Qua­li­tät nicht von tech­ni­schen For­ma­ten abhän­gig ist, son­dern auf Grund krea­ti­ver Ide­en zu beur­tei­len ist. Letz­tes Jahr muss­ten Bewer­ber ihre Bücher in den tech­ni­schen Pro­dukt­ka­te­go­ri­en ‘enhan­ced eBooks’ und ‘eBook-Apps’ ein­rei­chen. In die­sem Jahr wur­den die Kate­go­ri­en voll­stän­dig ver­än­dert, so dass For­ma­te und Dis­tri­bu­ti­ons­we­ge kei­ne Rol­le mehr spie­len. Die neu­en Kate­go­ri­en lau­ten ‘Fic­tion’, ‘Non­fic­tion’, ‘Kin­der und Jugend’.

Wir begrü­ßen die­se Ent­wick­lung aus­drück­li­ch, da sie ein wich­ti­ger Schritt  ist, das elek­tro­ni­sche Buch aus den wenig pro­duk­ti­ven For­mat- und Dis­tri­bu­ti­ons­dis­kus­sio­nen zu befrei­en und ihm damit einen frei­en, krea­ti­ven und inno­va­ti­ven Weg in die Zukunft zu ermög­li­chen.
An vie­len Stel­len und The­men ist es sinn­voll und not­wen­dig, das ana­lo­ge Buch aus sei­ner rei­nen Text­ba­sie­rung und Linea­ri­tät, sei­ner Sei­ten­be­schrän­kung, mate­ri­el­len Unver­än­der­lich­keit und stoff­li­chen Bin­dung zu befrei­en. Dazu soll­ten die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­tät und Mul­ti­me­dia­li­tät kon­se­quent genutzt wer­den. Ziel muss es dabei sein, hoch­wer­ti­ge­re, span­nen­de­re, freie­re und indi­v­dua­li­sier­ba­re­re Pro­duk­te zu erschaf­fen als es ana­lo­ge Bücher je sein konn­ten.

Das Buch im Browser - auch für Tablets eine hochwertige Lösung

Das Buch im Brow­ser — auch für Tablets eine hoch­wer­ti­ge Lösung

Der Brow­ser, der Ort der “art­ge­rech­ten Con­tent­hal­tung”, ist für vie­le Ein­satz­or­te und The­men der idea­le Ort, um eine unver­re­gel­te und krea­ti­ve Neu­kon­zep­ti­on und -gestal­tung mul­ti­me­dia­ler Bücher zu ermög­li­chen. Brow­ser ermög­li­chen einen uni­ver­sel­len Zugang zum Pro­dukt, nut­zen das vol­le Poten­ti­al von html5, CSS und Java Script und ermög­li­chen dadurch ein frei­es Aus­pro­bie­ren, Ver­än­dern und Aktua­li­sie­ren von Inhal­ten.

Für das Ein­satz­feld Schu­le ist ist die Ent­schei­dung für Bücher im Brow­ser nahe­zu alter­na­tiv­los. Die Dis­pa­ri­tät schu­li­scher IT-Aus­stat­tung macht den Brow­ser zum kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner, denn nur ein sehr klei­ner Pro­zent­satz der Schu­len ver­fügt über Tablets und kann somit Apps über­haupt nut­zen. Im Brow­ser hin­ge­gen kön­nen alle didak­ti­sch, metho­di­sch und inhalt­li­ch sinn­vol­len Ide­en für alle schu­li­schen Nut­zer auf­be­rei­tet und damit ein signi­fi­kan­ter Mehr­wert geschaf­fen wer­den.

Unter ande­rem aus die­sem Grund ist die Ent­schei­dung der Jury des Deut­schen eBook-Awards sinn­voll, weit­sich­tig und zukunfts­wei­send.

Share on Facebook96Tweet about this on TwitterShare on Google+0

2 Gedanken zu „Der Deutsche eBook-Award 2015: Befreiung des digitalen Buchs von den Fesseln materieller Produktkategorien

  1. Ein wich­ti­ger Hin­weis. Mit neu­em Den­ken haben es vie­le Leu­te in die­sem Land ja ohne­hin nicht und mit digi­ta­lem Den­ken schon gleich gar nicht. Selbst auf der E:publish traf man im letz­ten Jahr noch Leu­te aus Ver­la­gen und vom Bör­sen­ver­ein, die Hin­wei­se auf Books in Brow­ser mit der ver­ständ­nis­lo­sen Bemer­kung abta­ten, es han­de­le sich in die­sem Fall “aber dann doch nicht mehr um Bücher”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.